Ein Bekenntnis.
Wer Fotokunst macht und dabei erwischt wird, Menschen mit der Kamera zu portraitieren, ist in der Kunst-
branche schnell verrufen. Das Portrait gilt als bloßes Handwerk, das einem Künstler nicht gut zu Gesicht steht.
Ich oute mich hiermit: Ich portraitiere gerne Menschen.
Die Lebendigkeit eines Gesichts ist unendlich facettenreich. Ausdruck, Mimik, Körpersprache, Gestik. Ein Meer an Möglichkeiten, an Potenzial, an Kraft, an Tiefe, an Schönheit.
Das wussten die großen Maler. Sie waren großartige Portraitisten. Degas zum Beispiel oder Renoir. Oder Cézanne. Oder Modigliani. Oder Picasso. ...
Ich glaube nicht, dass sie sich ihres Portraitwerks schämten. Und ich habe bislang auch noch keine Quellen entdecken können, denen zufolge diese Maler nur Handwerker gewesen wären.
Auch unter den Fotografen gibt es natürlich große Portraitisten. Mit Helmut Newton sei nur einer genannt.
Mit den Malern verbindet mich die Tatsache, dass ich, wann immer möglich, bei Tageslicht arbeite. Ohne Blitz und ohne Lampen. Im intensiven Kontakt mit meinem Gegenüber.
Meine Portraitfotografie hat eine eigene Seite: www.esther-neuman-portraitfotografie.de